Geschichte des Irish Dance

Über die Entstehungsgeschichte des Irish Dance ist wenig bekannt. Möglicherweise ist er ja so ähnlich entstanden wie dieser Kurzfilm erklärt:

Die Wurzeln der Irish Dance liegen wohl bei den Kelten, bei denen Musik und Tanz eine wichtige Rolle spielten. Ausdruck dieser Wurzeln sind heute die keltischen Motve, die auf vielen Tanzkostümen zu sehen sind.

Zu den ältesten in Irland bekannten Tänzen gehören Jigs und Hornpipes, die schon seit mehrereren hundert Jahren schriftlich belegt sind. Auch Einflüsse von außerhalb Irlands beeinflussten den irischen Tanzstil. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts brachten ausländische Tanzlehrer die Quadrille - einen Tanz des französischen Adels - nach Irland, wo er sich bald in alle Schichten der Gesellschaft ausbreitete. Aus der Quadrille entwickelte sich die heutige informelle Form des Set Dance, der noch immer mit vier Tänzern getanzt wird, die sich in einem Quadrat gegenüberstehen.

Den größten Einfluss auf den heutigen Tanzstil hatten wohl die 'Dance Masters' die seit Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Lande zogen und in den Dörfern Tanzunterricht gaben. Sie legten den Grundstein für die Struktur der Gruppentänze und der Fußtechniken bei den Solo Dances. Die Dance Masters gab es bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte die zunehmende Suche nach einer nationalen Identität zur Gründung der 'Gaelic League'. Die Gaelic League setzte sich die Erhaltung und Promotion der irischen Sprache, aber auch des Tanzes zum Ziel. Vor allem in Ländern mit einer hohen Anzahl an irischen Einwanderern stieß die Organisation auf reges Interesse. In den USA beispielsweise gab es schon einige Jahre nach der Gründung vier große Tanzwettbewerbe im Jahr. Die Londoner Filiale der Liga führte unter anderem den Begriff Céilí ein und entwickelte das noch heute gültige Vokabular für die Tänze.

1929 wurde die auch heute noch aktive Irische Tanzkommission (An Cóimisiún lé rínci’ Gaelacha) gegründet. Sie hatte zum Ziel die Regeln bei Wettbewerben zu vereinheitlichen und Standards für Kostüme, Musik und Tänze zu etablieren. Daneben gibt es heute noch vile weitere Kommissionen und Verbände, die unterschiedliche Regeln haben.

Mitte der 1990er Jahre wurde der irische Tanz durch Shows wie 'Riverdance' und 'Lord of the Dance' sehr populär. Diese Shows brachten die zuvor abgeschlossene, leistungsorientierte Welt des Irish Dance einem großen Publikum näher und veränderten damit die Irish Dance Szene. Irischer Tanz wurde nun zumindest für einige eine Einkommensquelle da Tänzer nun auch zunehmend für Auftritte gebucht wurden. Auch auf Tanzstil und -Kostüme hatten die großen Shows Einfluss, da sie eine offenere und ausdrucksstärkere Art des Tanzes und damit größerer Freiheiten für den einzelnen Tänzer förderten.