Die Kirche und der Tanz des Teufels

Eine besondere Rolle nimmt die Kirche in der Geschichte des Irish Dance ein. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts gewann die Kirche in Irland zunehmend an Einfluss. Das fröhliche Tanzen und vor allem der Körperkontakt bei den Tänzen war den Mitgliedern des Klerus ein Dorn im Auge.

Besonders das auch Frauen tanzten missfiel einigen. So schrieb ein Priester in West Cork um 1670:
"Weibliche Tänzer sind die Ursache vielen Übels, denn sie sind es, die die Waffen in der Armee des Teufels tragen. Der Teufel treibt sie dazu sich an Feiertagen zum Tanzen zu versammeln, was sie zu schlechten Gedanken und bösen Taten treibt."

1864 verbat Papst Pius IX Walzer und Polkas da diese beiden Tänze ständigen physischen Kontakt zwischen den Tanzpartnern erforderten.

 

1923 warnte der Erzbischof von Dublin das das Tanzen eine ernste Gefahr für die Moral der jungen Leute geworden sei.

Diese Politik der Kirche sorgte zunächst dafür, das viele kulturelle Aktivitäten wie Tanzfestivals, Haustänze und anderes nach und nach verschwanden. 1935 wurde der "Public Dance Hall Act", vor allem auf Druck des Klerus, verabschiedet. Dieses Gesetz verbat das Abhalten von öffentlichen Tänzen ohne Lizenz, was nahezu für die Auslöschung von geselligen Zusammenkünften führte und der Erhaltung und Entwicklung des irischen Tanzes großen Schaden zufügte.

Heute hat der Klerus zum Glück keine großen Probleme mit Tanzveranstaltungen mehr und auch der Einfluss der Kirche ist nicht mehr ganz so groß, so das der irische Tanz sich wieder ausbreiten und weiterentwickeln kann.